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30.07.2019, 09:10 Uhr | Mit freundlicher Genehmigung, NWZ Online, Christopher Weckwerth
CDU und SPD: Wälder aufforsten

In Niedersachsens Wäldern sollen neue Bäume gepflanzt werden, um den Abbau des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 zu stärken. Das forderten Landespolitiker von CDU und SPD am Montag. „Wer durch den Harz fährt und die beschädigten Bäume sieht, muss sich die Frage stellen, ob wir nicht zügig Geld in die Hand nehmen müssen, um die beschädigten Wälder aufzuforsten“, sagte CDU-Fraktionschef Dirk Toepffer der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. „Ich persönlich würde auch im Naturpark Harz umforsten“, sagte Toepffer weiter.

Hannover -

Umweltminister Olaf Lies (SPD) stieß ins selbe Horn. Man dürfe nicht nur auf den CO2-Ausstoß schauen, es gehe um die Gesamtbilanz, sagte er der „Braunschweiger Zeitung“. „Dafür müssen wir Wälder aufforsten, und zwar weltweit. Es geht um die CO2-Neutralität, nicht darum, dass gar keine Emissionen mehr ausgestoßen werden dürfen.“

Forscher waren kürzlich in einer Studie zu dem Ergebnis gekommen, dass der Klimawandel mit nichts anderem so effektiv bekämpft werden kann wie mit Aufforstung. Laut Weltklimarat IPCC müssen für eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad rund eine Milliarde Hektar Land bis zum Jahr 2050 aufgeforstet werden. Derzeit ist die Erde mit 5,5 Milliarden Hektar Wald bedeckt.

Toepffer sagte, eine natürliche Erholung des Baumbestands verlaufe wegen des Klimawandels zu langsam. Stattdessen sollten private Waldbesitzer mehr Geld als bisher erhalten, um bestehende Monokulturen umzuforsten. „Wir haben im vergangenen Haushalt 1,7 Millionen Euro an Waldbesitzer gegeben, das könnte mehr werden.“

Neben vom Borkenkäfer befallenen Fichten sterben mittlerweile auch immer mehr Buchen in Niedersachsen. Viele werfen schon jetzt ihr Laub ab. Die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt in Göttingen ging zuletzt davon aus, dass bereits zehn bis 15 Prozent der Buchen betroffen sind. Hitze und Trockenheit, aber auch Starkregen und Stürme setzen den Bäumen zu.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) warnte in der vergangenen Woche vor einem drohenden „Waldsterben 2.0“. Um die Wälder zu erhalten, müssten sie dringend zu „naturnahen Laubmischwäldern“ umgebaut werden. Diese seien widerstandsfähiger als Nadelholz-Monokulturen. Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sagte daraufhin, sie erwarte von den Waldbesitzern und Förstern, dass sie etwa zerstörte Fichtenwälder durch Mischwälder ersetzen.

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