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Neuigkeiten
31.07.2019, 10:24 Uhr | Mit freundlicher Genehmigung, NWZ Online, Christoph Tapke-Jost und Teresa Dapp
Plastikvermeidung Per Instagram
Von der Leyen antwortet Oldenburger JU-Landesverband
Mit einer Kampagne auf Instagram nimmt die Junge Union Politiker in die Pflicht. Die neu gewählte Kommissionspräsidentin der EU, Ursula von der Leyen, hat bereits geantwortet – und nicht nur sie. Doch gibt es in der Regierung eigentlich Flugscham?

Der Nachwuchs im Oldenburger Land fordert die Bundespolitik heraus. Mit einer Kampagne per Instagram möchte die Junge Union des Landesverbandes Oldenburg das Thema Plastikvermeidung öffentlich machen. In dem sozialen Netzwerk hat die JU um den Vorsitzenden André Hüttemeyer unter dem Hashtag #plasticfreechallenge einen Aufruf gestartet, bei der vor allem Politiker in einem Video dazu aufgefordert werden, persönliche Maßnahmen für das Einsparen von Plastik vorzustellen.

Diese Kampagne hat in den vergangenen Tagen eine starke Entwicklung genommen. Die aus Niedersachsen stammende, gerade neu gewählte Kommissionspräsidentin der EU, Ursula von der Leyen, antwortete auf die Kampagne der Oldenburger und versprach in ihrem Video, sich in Brüssel für das Vermeiden von Plastikmüll einzusetzen. Die EU müsse dort Vorreiter werden. Peter Tauber, Parlamentarischer Staatssekretär der Verteidigungsministerin, hatte dagegen konkrete Vorschläge: Er vewende beim Einkaufen Mehrweg-Gemüsenetze, Einkaufskörbe sowie Jute-Beutel, erzählt er und zeigt diese auch gleich im Video.

Ursula von der Leyen (CDU), neugewählte EU-Kommissionspräsidentin Bild: CDU in Niedersachsen
Im Nordwesten /Berlin -

Der JU-Vorsitzende Hüttemeyer nimmt auch die Bundespolitik in die Pflicht: „Die Politik sollte stärkere Anreize setzen, sich im Alltag umweltfreundlicher zu verhalten. Hierzu müssen zum Beispiel Wasserstofftechnologien ausgebaut werden. Wir wollten zum Thema Klimaschutz eine Kampagne starten, die nicht ausschließlich auf Verbote setzt, sondern die Menschen zum Handeln bewegt.“ Aber beim Thema Mikroplastik seien auch (weitere) Verbote denkbar. Um auf die Problematik aufmerksam zu machen, habe JU-Mitglied Franziska Lammert diese Kampagne ausgearbeitet. Gezeigt werden die Videos unter dem Instagram-Konto redJUceit. Videos sind allerdings, so ist es bei Instagram-Stories üblich, nur 24 Stunden abrufbar.

Flugscham selbst in der Regierung?


Und auch Flüge sind momentan bei der Bundespolitik ein Thema: Goethe dichtete damals ziemlich vorausschauend den Vers „Sieh, das Gute liegt so nah“, und viele Klimaschützer sehen das genauso. Proppevolle Flughäfen und das fortwährende Wachstum der Luftfahrtbranche sprechen zwar eine andere Sprache, aber wenn ein Hitzerekord den nächsten jagt und junge Demonstranten von „Fridays for Future“ den Stuttgarter Flughafen unsicher machen, reist manch einer wohl mit schlechtem Gewissen.

Und wenn es nach den regierenden Parteien geht, bald auch teurer. Ob SPD, CDU oder CSU: überall ist inzwischen zu hören, dass die Ticketpreise für Flugreisen hoch müssen, um etwa Geld für den Schienen-Ausbau zu haben, damit die Leute öfter mal am Boden bleiben. Geht die Regierung mit gutem Beispiel voran?

Wie viele Minister reisen per Flugzeug?

Schwer zu sagen, denn in vielen Ministerien heißt es zu Fragen nach dem Sommerurlaub: Privatsache. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) verbringt die freien Tage „zu Hause im Saarland“, ganz im Goethe’schen Sinne. Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) wählte das bayerische Alpenland zum „Wandern und Entspannen“, und zwar ohne Flugzeug. Dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Insel Ischia im Golf von Neapel und die Südtiroler Berge schätzt, ist bekannt.

Nur eine Pressestelle teilt auf Nachfrage offiziell mit, dass der Minister mit dem Flugzeug unterwegs war: Nämlich Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD), der mit seiner Familie in Südfrankreich war. Offen blieb, ob er die Treibhausgas-Emissionen „ausgeglichen“ hat.

„Sommergrüße aus Griechenland“

Familienministerin Franziska Giffey (SPD) postete auf Facebook ein Bild von einem Boot und „Sommergrüße aus Griechenland“. Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) wählte den Comer See in Norditalien als Ziel. „Da ich das ganze Jahr viel unterwegs bin, freue ich mich auf entspannte Tage – ohne einen weiten Flug, ohne großen Koffer“, ließ sie wissen.

In der Tat sind die Mitglieder der Bundesregierung und ihre Mitarbeiter ständig auf Achse. 300 000 Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2) glich das Umweltbundesamt für das Jahr 2017 über sogenannte Emissionsgutschriften aus. 229 116 Flüge im Inland absolvierten die Mitarbeiter der Ministerien und ihrer Behörden im vergangenen Jahr – kein Wunder, dass gerade wieder viele fordern, den Zweitstandort Bonn aufzugeben.