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11.06.2018, 09:06 Uhr | Mit freundlicher Genehmigung, NWZ Online, Tobias Schwerdtfeger
Heimspiel für die Auswärtige
Ministerin Barbara Otte-Kinast warnte vor einer Landflucht. Leben und Arbeiten auf dem Land muss attraktiv bleiben.

Steinhausen Zwar stammt Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) nicht aus dem Oldenburger Land. Doch beim Parteitag des CDU-Landesverbandes Oldenburg am Samstag in Steinhausen (Bockhorn/Friesland), störte das niemanden. Im Gegenteil: Die zu Späßen aufgelegte Ministerin eroberte schnell den Saal mit den rund 180 Delegierten für sich.

„In vielen Ställen und Schlachthöfen ist ja bessere Luft als hier“, scherzte Otte-Kinast angesichts hochsommerlicher Temperaturen am Versammlungsort. „Was lernen wir daraus? Unseren Tieren geht es gut.“

Barbara Otte-Kinast (CDU) Bild: Peter Steffen

Die Situation der Landwirte sei jedoch anders. Seit sie seit einem halben Jahr im Amt ist, habe sie vor allem eins gemacht: „Gespräche geführt.“ Das sei nötig gewesen, sagte Kinast mit einem Verweis auf das aus ihrer Sicht oft zerrüttete Verhältnis der Landwirte mit ihrem Amtsvorgänger, dem Grünen Christian Meyer.

Doch bei Gesprächen wird es Otte-Kinast nicht bewenden lassen können. So muss die Agrarministerin etwa das Problem der Nährstoffüberschüsse auf Feldern lösen. Sieben Landkreise überschreiten laut einer aktuellen Auswertung bei der Wirtschaftsdüngerbilanz die Obergrenze für Stickstoff und die künftig geltende Grenze für Phosphat. Deswegen will die Ministerin in besonders belasteten Regionen „Risikogebiete“ ausweisen. Dort sollen die Landwirte intensiver überprüft und auch beraten werden. „Ich versuche jedem am wenigsten weh zu tun“, warb Otte-Kinast für Verständnis.

Mit Sorge schauen die Betriebe nach Brüssel. Nach Vorschlag der Kommission werden sich die Direktzahlungen nach ersten Berechnungen um knapp vier Prozent verringern.

Diese Vorschläge müssten angepasst werden, forderte Otte-Kinast, die sich außerdem gegen eine fortschreitende Bürokratisierung der Landwirtschaft aussprach. „Früher hatte man Rücken vom Säcke schleppen, heute hat man Rücken weil man so viel am Schreibtisch sitzt.“

Man müsse den ländlichen Raum und die Arbeit attraktiv erhalten. „Sonst erleben wir trotz Boom bei Landlust-Magazinen immer mehr Landflucht“, so die Ministerin.

Mit markigen Worten wandte sich Franz-Josef Holzenkamp, Vorsitzender des CDU-Landesverbands an die Zuhörer. Rückblickend auf die Koalitionsverhandlungen mit der FDP auf Bundesebene, bedauerte Holzenkamp das Scheitern der Gespräche. „Wofür braucht man die eigentlich noch?“, habe er sich über die FDP fortan gefragt. Er forderte die Delegierten zudem auf, Sympathieträger zu sein.

Holzenkamp beklagte in seiner Rede den Ausbaustand des Mobilfunknetzes in der Region. Immer wieder würden Verbindungen abreißen. „Deutschland ist digitales Entwicklungsland“, so Holzenkamp.

Mit einem Blick auf den Dieselskandal und dessen Folgen forderte Holzenkamp, dass die Unternehmen dazu verpflichtet werden müssten, Hardware-Lösungen anzubieten, also die Autos nicht nur mit einer Software nachzurüsten. „Das darf man nicht auf dem Rücken der Kunden austragen.“

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